Kloster St. Georgen in Stein a/Rhein
Ein neuer Kräutergarten für das Klostermuseum

Im Jahr 2012 liess das Bundesamt für Bauten und Logistik von uns ein gartendenkmalpflegerisches Gutachten erarbeiten. Es bestand der Wunsch der Museumsleitung, die Klosterhöfe erstmalig dem Museumsgast zu öffnen. Im darauffolgenden Jahr waren wir gebeten, in einer ersten Etappe die Ergebnisse des Parkpflegewerks in den Höfen zu realisieren.

Die Leitidee für die Instandstellung war, die sinnliche Komponente des Entwurfs Ammanns in den Bannhof zurück zu bringen, ohne die jüngeren Zeitschichten zu negieren oder zurück zu bauen. Auch sprach der unterschiedliche Erhaltungszustand der einzelnen Partien für eine differenzierte Behandlung der Terrassenebenen. Die unterste Terrasse, der eigentliche „Bannhof“, bleibt unverändert erhalten, wobei sich einzig der Ersatz der schadhaften Natursteinplatten aufdrängte. Die mittlere Terrasse verdeutlicht am besten die Stauden- und Farbenliebe der 1940er Jahre und verkörpert die Gestaltungsidee der Ammann‘schen «Klösterlichkeit». Anstelle des Rasens wird der Blumengarten auf originalem Grundriss wieder hergestellt und auf Grundlege einer 1949 erfolgten Publikation neu bepflanzt. Die oberste Terrasse, der einstige Friedhof, Abt- und Amtsgartens, wurde gänzlich neu und in Anlehnung an den Barockgarten, den Paulus Usteri 1797 zeichnete, interpretiert. Ausgangspunkt unserer Überlegungen war die Frage, wie ein von Mönchen angelegter Kräutergarten hätte aussehen können, wäre er zu Barockzeiten angelegt worden. Anstelle einer Nachahmung bisheriger „mittelalterlicher“ Kräutergärten, präsentieren sich die mediterranen Gewächse in Sankt Georgen darum in ungeahnter barocker Opulenz und Farbigkeit, komponiert in Farbe, Wuchshöhe und Habitus. Die der Anlage innewohnende Sinnlichkeit ist ihrerseits Reminiszenz an den Entwurf Ammanns. Entwicklung und Bepflanzung des Abtgartens erfolgten in guter Zusammenarbeit mit Archäobotanikerin Maja dal Cero aus Schaffhausen.

 

 

Auftraggeber / Bauherr

Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL)

Projektdaten

2013: Parkpflegewerk
2014: Restaurierungsprojekt
2014/15: Umsetzung

Projektpartner

aurum - Maja dal Cero, Schaffhausen
Archäobotanikerin