Rieterpark Zürich
Parkpflegewerk zur Behebung der grossen Sturmschäden nach "Lothar"

Der Kern des wohl bedeutendsten Zürcher Landschaftsparks geht auf den Gartenkünstler Theodor Froebel (1810 – 93) zurück. Bereits 1866 erfolgte eine erste Erweiterung des Parks gegen Süden, unter Wahrung des Froebel‘schen Wegenetzes. Nach Abbruch des Lavaterhauses gewannen Wesen­doncks einen neuen Aussichtspunkt gegen den See und Alpen. Unklar bleibt, ob oder in wieweit Theodor Froebel auch mit der  Erweiterung betraut war, denn die Gestaltung des Parks fiel zusammen mit der Anstellung eines neuen Obergärtners, der den bisherigen Obergärtner Lorch aus der Handelsgärtnerei Froebel ersetzte. Unter Adolf Rieter – Rothpletz (1817 – 82) erfolgten nach 1872 mehrere Grossbaumpflanzungen entlang der Zufahrten, eine Ulmenallee gegen Westen (heute Linden) und das Koniferenwäldchen am Teeplatz. Unter seiner Aegide dehnte sich der Besitz bis an das Ufer der Sihl aus. Nach 1900 begann die Parzellierung der Landwirtschaftsflächen, dessen Spekulationsgewinne in den Garten flossen, u.a. in den Bau einer Grotte am Fusse der Villa Wesendonck.

Der Rieterpark gehört zu einer Reihe von landschaftlichen Parks an den Ufern des Zürichsees, die seit den 1820er Jahren entstanden. Als jüngster Park ist er zugleich Höhe- und Schlusspunkt der klassizistischen Gartenkunst. Seine Grundprinzipien folgen den klassischen Idealen deutscher Gartenkunst. Absicht war es, ein verdichtetes und gesteigertes Bild von Landschaft darzustellen. Reinheit und Helle erwirken Heiterkeit, und so wirkte jede Parkszenerie freundlich, licht und offen. Entsprechend der antikisierenden Architektur der Villa wird im Garten eine klassisch-arkadische Szenerie entwickelt, die eine Überhöhung der Landschaft zum vorgängigen Ziel hatte. Ihre Idealisierung bewirkte die vollkommene Harmonie in Perfektion.

Der Park lebt von der Verschiedenfarbigkeit seiner Gehölze, dem Kontrast von Hell und Dunkel und von der Aussichtslage. Wesendonck konnte so vollständig auf weitere bauliche Ausstattungen im Park verzichten und die Blicke auf die Umgebung und den See lenken. Mit der optischen Aufhebung jeglicher Umgrenzung wirkte der Park auf den Betrachter endlos und grosszügig, was wiederum auf die Mäzenfamilie zurückstrahlte. Natürliche und künstliche Landschaft gingen in dem Park eine einmalige und gelungene Verbindung ein. Besondere Bedeutung kommt dem Pleasureground des Rieterparks zu, die den gesamten Park durchziehende und nach Süden ansteigende Wiese. Sie nimmt an der Villa ihren Anfang und reicht bis zur höhergelegenen Aussichtsterrasse im Süden. Die Boden­­modellierung und Pflanzenverwendung stellen eine wesentliche Bedeu­tung für den Park dar.

Sturm Lothar im Jahre 1999 bewirkte erhebliche Schäden am 150-jährigen Baumbestand. Das Parkpflegewerk wurde 2000 in Auftrag gegeben, um die Schäden gartendenkmalpflegerisch verträglich zu beheben. Die teilweisen Ausfälle im Gehölzbestand hatten jedoch auch ihr Gutes, sie brachten wieder Licht und Sonne in die Anlage und erlaubten es, Blütensträucher und Stauden in die Anlage zu bringen. Wo historisch verbürgte Gehölzgruppen standen, wurden diese in alter gärtnerischer Manier des 19. Jh. wieder ersetzt.

Auftraggeber / Bauherr

Fachstelle Gartendenkmalpflege - Grün Stadt Zürich

Projektdaten

Parkpflegewerk 2001
Reparatur der Sturmschäden 2002

Projekt herunterladen