Rieterpark Zürich
Öffnung einer verborgenen Grotte

Unter dem Dickicht eines dichten Eibenbestands fand sich im Rieterpark Zürich eine kunstvoll gestaltete Kanzel mit drei vermauerten Öffnungen. Die mittlere Öffnung zeigte noch mit Beton überzogene Tuffsteine und eine gemalte Quadrierung. Der Verdacht lag nahe, dass sich hinter den Mauerbögen eine Grotte verbarg. 2009 war es uns behördlicherseits gestattet, die Grotte zu öffnen. Was dabei zum Vorschein trat, übertraf unsere Erwartungen. Im Innern waren zahlreiche herabhängende Steingebilde zu erkennen, ebenso viele lagen auf dem Boden, dazu Eisen und Haken ehemaliger Halterungen. Die Grotte blieb nach Ihrer Schliessung erhalten. Da kein Wasser im Innern stand, schien auch der Wasserabzug noch intakt zu sein.

Die 1908 erstellte Grottennische ist dem Zürcher Architekt Alfred Friedrich Bluntschli (1842–1930) zuzuschreiben, der bei den benachbarten Villen Schönberg und Rote Villa ebenfalls Grotten ausführen liess. Geschlossen wurde die Grotte in den 1940er Jahren, wohl im Zusammenhang mit dem Verkauf der Besitzung an die Stadt Zürich. Man wollte verhindern, dass sich Nachtbuben der Grotte ermächtigen und dort hausten oder nächtigen. 

Es wäre zu hoffen, dass die Stadt eines Tages über genügend Mittel verfügt, um die Grotte wieder in Betrieb zu nehmen. 

Auftraggeber / Bauherr

Grün Stadt Zürich | Fachstelle Gartendenkmalpflege

Projektdaten

2009

Zusammenarbeit

ETH Zürich, Institut für Denkmalpflege, Assistenz: Silke Langenberg