Maiensäss in Kilchberg
Schutzwertbeurteilung eines Architekturgartens von 1906

Im Jahre 1906 beauftragte der dazumalige Herausgeber der Schweizerischen Bauzeitung, der Bündner Ingenieur Carl Jegher-Sprüngli, die Zürcher Architekten Pfleghard & Haefeli mit dem Bau eines Wohnhauses in Kilchberg. Die stattliche Villa kam auf einem Rebberg zu Liegen, weshalb Bauherr und Architekten die traditionelle Architektursprache eines Zürcher Weinbauernhauses wählten, ganz im Sinne des Heimatstils der Vorjahrhundertwende. Die Architekten planten auch den Garten und lehnten sich an den jungen Architekturgarten an. Die Anlage war zunächst schlicht und sachlich ausgeführt; zeitgenössische Photografien um 1907 zeigen Rosenbeete, geometrisch geschnittene Rasenflächen sowie Kieswege und –plätze beim Haus auf orthogonalem Plan.

Die im Jahre 2014 vorgenommene Untersuchung des Villengartens ergab, dass von der ursprünglichen Anlage kaum mehr was vorhanden war. Insbesondere die Überführung der Anlage in einen Wohngarten 1945 hatte den ursprünglichen Garten zu stark verändert. Zwar ist der Garten von 1945 gut erlebbar erhalten, doch kann ihm keine herausragende künstlerische Qualität zugesprochen werden. Umgekehrt vermögen die verbliebenden Fragmente die Intention der Bauzeit, ein sachlich-moderner Garten am Beginn der Architekturgartenbewegung in der Schweiz, nicht mehr zu erklären. Auf eine behördliche Unterschutzstellung des Gartens wurde abgesehen.

Auftraggeber / Bauherr

Privat
Kantonale Denkmalpflege Zürich

Projektdaten

2014 Schutzwertbeurteilung