Schulhaus Tössfeld Winterthur
Schutzwertbeurteilung Schulanlagen

Im Vorfeld einer mittlerweile durchgeführten Aufwertung der Schulanlagen Tössfeld wurde das Büro für Gartendenkmalpflege beauftragt, den Schutzwert der Anlagen zu beurteilen. Dabei stellte sich heraus, dass die Schulhausanlage von 1893 dreigeteilt angelegt wurde. Die Seitenpartien beinhalteten die Sportanlagen und eine öffentliche Grünanlage, das Schulhaus besetzte die Mitte des Orts. Konzeption und Umsetzung der Schulanlage ist das Ergebnis dreier Entwürfe aus der Feder dreier Persönlichkeiten. Grundriss und Gliederung der Anlagen beruhten auf einer Machbarkeitsstudie des Architekten und Professors am Technikum Emil Caspar Studer. Studer gab die Dreiteilung Quartierplatz – Schulhof und Turnplatz vor und vorbestimmte die Axialität der Gesamtanlage. Für den Quartierplatz sah Studer ein Wasserbecken mit Springbrunnen vor. Der Winterthurer Kunstgärtner Josef Peter konkretisierte den öffentlichen Stadtplatz und entwickelte eine ovale Platzform anstelle des angedachten regelmässigen Rasenparterres. Der Zürcher Handelsgärtner und Gartenkünstler Evariste Mertens legte über die Anlagen zusätzlich ein enges Raster aus verschiedensten Park- und Schattenbäumen.

1893 wurden Schulanlagen und Quartierplatz angelegt, wobei es bei der Ausführung zu Projektabweichungen kam. Schon 1903 sollte der Stadtplatz zum ersten Mal umgestaltet werden, was spätestens 1910 in modifizierter Weise auch erfolgte. Das Mertens‘sche Baumraster wurde nunmehr von einer geometrischen Pflanzung überlagert, die beide fortan parallel zueinander bestanden. Den Springbrunnen umgab eine elegante Gestaltung aus Topiaria, Rosenbeeten und Hochstämmchen.

Ab den dreissiger Jahren wurden die Anlagen kontinuierlich überformt, so dass von der Ursprungsidee 1893 / 1910 kaum noch Zeugnisse vorhanden waren. Das Gutachten schloss darum mit der Empfehlung, zwar die Dreiteilung und Axialität der Anlagen zu bewahren und die wenigen Zeugnisse aus der Zeit 1893 zu schonen (namentlich Pflasterungen und die letzten Bäume der Bauzeit), doch gestattete es auch, die Anlage insgesamt neu anzudenken. Die Anlage wurden zur Entlassung aus dem Denkmalinventar empfohlen.

Auftraggeber / Bauherr

Stadtgärtnerei Winterthur

Projektdaten

Schutzwertbeurteilung 2009

 

 

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