Stadtspital Triemli Zürich
Gestaltungsanalyse des Spitalparks

Das von uns erstellte Gutachten war Bestandteil eines von Metron Landschaft AG, Brugg erarbeiteten Leitbilds für das Stadtspital Triemli in Zürich-Wiedikon, das im Vorfeld des neuen Bettenhauses des Triemlispitals entstand. In der Kenntnis der ursprünglichen Gestaltungsideen wollte man die Spitalanlage besser verstehen. Die Ergebnisse der Untersuchung waren indes derart spektakulär, dass den Anlagen ein hoher Schutzwert hätte attestiert werden müssen. Mit Ausnahme der künstlichen Landschaft um die Maternité fiel die übrige Umgebung mittlerweile der laufenden Spitalerweiterung zum Opfer.

Das 1957 entschiedene Wettbewerbsprojekt zum Stadtspital Triemli war bereits in Ausführung begriffen, als Willi Neukom durch die Umgebungsgestaltung der Schwesternschule zur Architektengemeinschaft stiess. Beauftragt war Willy Neukom lediglich mit der Neugestaltung der Umgebung der Maternité sowie mit ergänzenden Pflanzungen im Osten des Spitals.

Bei dem zu untersuchenden Freiraum handelt es sich um eine Arbeit des Zürcher Landschaftsarchitekten Willi Neukom (1917-1983). Neukom gelang es, das weitläufige Spitalareal zu strukturieren und als gestalterische Einheit zu fassen. Der Landschaftsarchitekt bediente sich dabei der Bodenmodellierung und einer akzentuierten Bepflanzung. In Neukoms Werk stellt das Triemli den Abschluss einer Reihe vergleichbarer Projekte dar. Im Unterschied zu ihnen kombinierte er hier jedoch erstmals Gehölze mit der von ihm modellierten Landschaft.

Neukom verwendete den Aushub der Bauwerke und liess ihn auf das weitläufige Gelände aufwerfen. Er akzentuierte seine abstrakt geformten Bodenwellen mit Heistern und Lärchenhaine, die er gruppenweise in Mulden oder auf Hügelkuppen platzierte. Jeden Bereich charakterisierte er mittels einer bestimmten Pflanzenart, oft abhängig vom Blickfeld der Publikumsräume im Erdgeschoss. Neukom nutzte im Triemli die natürlichen Gefällsverhältnisse günstig aus und liess so den Zürcher Uetliberg in die Gesamtanlage einfliessen. Mit grosser Geste entwarf der Gestalter eine wohlgeformte Landschaft, die eins mit dem angrenzenden Uetliberg wird.

Neukom schuf Räume und Aussichten und akzentuierte sie mittels Gehölzen mit charakteristischen, klar unterscheidbaren Eigenschaften. In seiner Bepflanzung entschied sich Neukom, entgegen seiner anfänglichen Vorstellung einer naturnahen Gestaltung, für eine spektakulärere Pflanzenware. Diese kam in der Tat der markanten Architektur weit mehr entgegen. Dank dieser Eigenständigkeit verschmelzen Topografie, Bepflanzung, Architektur und Umland unter seiner Feder zu einer untrennbaren Einheit. Hierin begründete sich die eigentliche Bedeutung der Aussenanlagen des Triemli.

Auftraggeber / Bauherr

Metron Landschaft AG, Brugg

Projektdaten

Freiraumanalyse 2007

Zusammenarbeit

Metron Landschaft AG, Brugg

 

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